Unterwegs arbeiten für Kost und Logie – so gehts

Arbeiten und Reisen verbinden? Ein Vorhaben, dass viele gerne in die Tat umsetzen möchten. Aber wie kommt man zu den Jobs im Ausland? Wo sich melden? Wie geht man das Ganze an?

Es gibt unzählige Möglichkeiten im Ausland einen Job zu finden. Wer im Internet nach Arbeit im Ausland sucht, wird von lauter Angeboten fast erschlagen. Bevor du anfängst zu suchen musst du dir also erstmal bewusst werden, was du eigentlich willst. Möchtest du in einer Familie leben und als Au-pair angestellt sein? Oder suchst du eher Arbeit in deinem gelernten Job? In einem Hotel die Brötchen verdienen? Oder macht Freiwilligenarbeit im sozialen Bereich für dich Sinn?

Du siehst, die Möglichkeiten sind fast unerschöpflich. Ich habe bereits einige dieser Wege ausprobiert. Beispielsweise habe ich in Nepal in einem Strassenkinderhilfswerk gearbeitet, auf einer Farm auf Hawaii und in Italien oder als selbständige Freelancerin. Du könntest auch

  • in einem Freiwilligenprojekt arbeiten.
  • als Au-pair ins Ausland gehen.
  • ein bezahltes Auslandspraktikum machen.
  • ein Gap-Year einlegen.
  • oder auf ganz „normalem“ Weg einen Job suchen.

Worauf ich mich hier aber konzentrieren möchte, ist die Arbeit für Kost und Logie.

 

Was ist Arbeit für Kost und Logie?

Das heisst, du bietest deine Arbeit an und erhälst im Gegenzug ein Dach über dem Kopf und wirst Verköstigt. Um solche Angebote zu finden, gibt es einen ganzen Haufen Dienste die du beanspruchen kannst.

Grundsätzlich musst du dir bewusst sein, dass du Kost und Logie nicht einfach so bekommst, sondern auch wirklich etwas dafür leisten musst. Die Angebote beruhen auf Gegenseitigkeit und die Ängste und Zweifel die dich plagen, kennt auch der Gastgeber. Denn er hat plötzlich dich im Haus. Auch du bist für den Gastgeber ein Fremder. Er wird sich fragen, ob du denn auch wirklich arbeiten kannst oder nur rumschmarotzt. Oder stehst du eher im Weg? Taugst du zu was? Genau so wie du dich fragst ob du nicht nur ausgenutzt wird, die Unterkunft in Ordnung ist und der Gastgeber nett ist, hat auch dieser viele Fragen.

Mach dir also klar, was du arbeiten möchtest, wie viele Stunden pro Tag und was du dafür erwartest. Willst du wirklich auf einem Bauernhof arbeiten? Hast du die körperlichen Voraussetzungen um mit anzupacken? Oder wenn du babysitten willst: Erträgst du das Geschrei von Kleinkindern? Täglich Windeln wechseln? Nicht alle Arbeit ist so schön wie sie einem manchmal weisgemacht wird.

Arbeit für Kost und Logie ist ein Geben und Nehmen und soll für beide Seiten einen Mehrwert bieten. Wie bei allen Arten von Arbeit gibt es auch hier Vor- und Nachteile.

Vorteile

  • Die Arbeitgeber suchen explizit jemanden. Das heisst, es gibt tatsächlich Arbeit und dir wird nicht langweilig.
  • Du lernst mit Sicherheit etwas neues.
  • Arbeit für Kost und Logie ist in der Regel auch für kurze Zeit möglich, oftmals sogar 1-3 Wochen. Somit bist du nicht verpflichtet, monatelang am selben Ort zu bleiben und eignet sich also auch für Leute, die auf Weltreise sind.
  • Einfacher Weg um auf Reisen Geld zu sparen und gleichzeitig mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und das Leben abseits des Tourismus kennen zu lernen.

Nachteile

  • Es kann sein, dass du mit deinem Arbeitgeber nicht klarkommst.
  • Die Möglichkeit besteht, dass du mehr arbeiten musst als ausgemacht. Hier lohnt sich – nach einem Gespräch – die Kontaktaufnahme mit dem Vermittler und dies auch in der anschliessenden Profilbewertung zu erwähnen.

 

Es gibt viele Portale in denen du Arbeit für Kost und Logie vermittelt bekommst. Ein paar wenige davon möchte ich dir hier vorstellen. Damit hast du schon eine sehr grosse potenzielle Auswahl zur Verfügung.

Wwoofing

Die Organisation Worldwide Opportunities on Organic Farms vermittelt Arbeitseinsätze auf organischen Farmen. Dieses Portal existiert bereits seit 1971, ist weltweit bekannt und hat einen guten Ruf.

Das Prinzip ist simpel: Im Gegenzug zu 4-6 Stunden Arbeit pro Tag erhälst du Unterkunft und Essen. Die Arbeit bezieht sich explizit auf Dinge wie Ernten, Holz hacken, Kompostieren, Wein/Brot/Käse-Herstellung, Tiere pflegen oder Garten unterhalten. Du solltest körperlich in der Lage sein diese Dinge zu machen, keine Angst davor haben dir die Finger schmutzig zu machen und nicht murren, bei jedem Wetter rauszugehen.

Meine Erfahrung als Wwooferin habe ich bei der Olivenernte in der Toskana in Italien gemacht. Wenn dich der Tagesablauf interessiert und du genau wissen willst, welche Erfahrungen ich gemacht habe, kannst du hier alles ganz genau nachlesen.

Wie kommst du zum Wwoofing?

Besuche die Homepage, entscheide dich in welchem Land du arbeiten willst, lege dir ein Benutzerkonto an und bezahle die obligatorische Gebühr für die Unfallversicherung. Und los gehts damit, die passende Farm für dich rauszusuchen.

Hier gehts zur Homepage von Wwoof.

So kann Wwoofing auf Hawaii aussehen...

So kann Wwoofing auf Hawaii aussehen…

....oder auch so, wenn man den Garten pflegen muss.

….oder auch so, wenn man den Garten pflegen muss.

 

Workaway / HelpX

Die beiden Dienste funktionieren ganz ähnlich. Auf den beiden Portalen kannst du dich für eine geringe Gebühr registrieren und erhälst für 2 Jahre Zugriff auf die Datenbank mit vielen Jobangeboten.

Hier findest du alles mögliche: Babysitting, Sprachaustauch, Arbeiten in einem Hostel, bei jemandem den Garten pflegen, eine Bahnstation sanieren, in einer Sprachschule aushelfen, Computerspiele entwickeln und auch sonst ganz vieles, woran du von selbst vielleicht gar nicht gedacht hast.

Willst du eine grosse Auswahl haben und dich nicht nur auf Farmen konzentrieren, bist du bei Workaway oder HelpX gut aufgehoben. Ich habe meine Erfahrungen mit Workaway bei der Kaffee-Ernte auf Hawaii gemacht…

Wie kommst du zu Workaway/HelpX?

Hier gehts zur Homepage von Workaway.

Hier gehts zur Homepage von HelpX.

Mithilfe bei der Olivenernte in Italien.

Mithilfe bei der Olivenernte in Italien.

Jede Olive zählt!

Jede Olive zählt!

 

Work & Travel Visas

Sehr beliebt sind die Working Holidays Visas. Diese sind für viele Länder zu haben, besonders beliebt sind sie aber für Australien, Neuseeland und Kanada. Wer diese Länder bereist, muss einiges an Reisekosten einrechnen. Daher kommt ein finanzieller Zustupf durch Arbeit meistens recht.

Das Working Holiday-Programm sind bilaterale Abkommen zwischen den jeweiligen Staaten, welches speziell für junge Reisende entwickelt worden ist und den interkulturellen Austausch fördern sollen. Aus diesem Grund sind die Voraussetzungen und Möglichkeiten anders, wenn du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommst. Für Schweizer ist dieses Visum in der Regel nicht erhältlich, da keine Abkommen bestehen. Aber gerade wenn du aus Deutschland bist, stellt dies eine spannende Alternative dar.

Wie kommst du zu einem Work & Travel Visa?

Da sich die Bestimmungen immer wieder ändern können, erkundigst du dich am besten bei der jeweiligen Botschaft oder beim Auswärtigen Amt. Eine erste Übersicht findest du auch hier.

Workaway könnte aber auch so aussehen. Es gibt so viele Angebote!

Workaway könnte aber auch so aussehen. Es gibt so viele Angebote!

 

Arbeit für Kost und Logie ist ein toller Weg, auf Reisen Kosten zu sparen. Aber noch viel besser ist es, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und das Reiseland so von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.

Und alle Langzeitreisenden wissen: Es tut gut, auf Reisen wieder einmal mit den Händen zu Arbeiten, Unkraut zu roden, Holz zu hacken, Tiere zu pflegen. Einfach wieder einmal was tun.

Falls du noch mehr über das Arbeiten auf Reisen wissen willst, empfehle ich wärmstens den Blog von Janine. Sie ist ist Spezialistin was das Arbeiten auf Reisen anbelangt und hat viel Erfahrung damit gesammelt, auch mit anderen Konzepten als Arbeit für Kost und Logie.

 

Hast du unterwegs auch schon einmal für Kost und Logie gearbeitet? Wir waren deine Erfahrungen?

 

Technorati Tags:

Willst du immer auf dem Laufenden bleiben?

Schreib dich in die E-Mail Liste ein und erhalte alle Neuigkeiten immer als erstes!

Du erhälst keinen Spam und deine Daten werden gehütet wie mein Reisepass.

3 Comments

  • Lydia says:

    Hey Sarah,

    Woofing ist eine echt interessante Sache. Habe diese Möglichkeit erst letzten auf einem anderen Blog entdeckt und finde super spannend.

    Die Links zu den Portalen finde ich super. Souveräne Anlaufstellen im Internet finden ist immer schwer, aber ich vertraue dir. Daher sag ich vielen Dank dafür. 🙂

    Wenn du Lust hast kannst du mit diesem Beitrag bei meiner Blogparade: Weltreise organisieren (http://www.on-a-journey.com/2016/02/03/blogparade-wie-organisiere-ich-eine-weltreise/) teilnehmen. Die Parade ist Gestern an den Start gegangen und ich hoffe damit einen Sammelpunkt für tolle und spannende Berichte rund um die Weltreise sammeln zu können.

    Liebe Grüße und mach weiter so

    Lydia

  • Mauricio says:

    Hallo Sarah,

    toller Beitrag! Ich habe diese Möglichkeit nicht in Anspruch genommen, und für mich ist diese Zeit lange rum (jetzt habe ich 3 Kinder 🙂 ). Trotzdem war ich als Austauschstudent gut unterwegs, was eine ähnliche Erfahrung darstellt. Ich kann eine solche Erfahrung nur weiterempfehlen!

    Du erklärst alles sehr detailliert in deinem Post, man muss es nur machen. Dabei kann man sprechen lernen, Leute kennenlernen und viel Lebenserfahrung sammeln.

    Viele Grüße aus Rheinhessen, Deutschland

    Mauricio

    • Sarah says:

      Die Erfahrung als Austauschstudent ist bestimmt auch toll und eine andere Art, ein Land und seine Kultur 1:1 kennen zu lernen.

Leave a Comment

Top